Bewegung ist das Tor zum Lernen

Brain Gym

Übungen im Unterricht

Brain Gym gehört zum großen Bereich der Kinesiologie, der Lehre von der Bewegung oder Bewegungsempfindung. Brain Gym ist darin ein eigenständiger Bereich mit 26 Übungen. Diese Übungen zielen darauf ab, den Energiefluss im Körper zu harmonisieren und evtl. bestehende Blockaden im Energiefluss abzubauen. Blockaden, die den freien Fluss von Energie hindern, führen in vielen Fällen zu Lernbeeinträchtigungen. Diese können durch einfache Übungen abgebaut werden. Der amerikanische Pädagoge Dr. Paul Dennison entwickelte vor über 20 Jahren dieses System. Die Erfahrungen seither belegen die Wirksamkeit der Übungen. Bei vielen Lernberatern und -therapeuten, die von Eltern und Kindern wegen Lernstörungen aufgesucht werden, bilden sie einen wesentlichen Bestandteil der Therapie.

 

In diesem Text soll zur Durchführung der so genannten Einschaltübungen angeregt werden. Wenn sie regelmäßig durchgeführt werden, haben sie eine Verbesserung von Lese-, Schreib-, Rechenfähigkeiten, motorischen Fähigkeiten sowie eine Steigerung des Konzentrationsniveaus zur Folge. Insgesamt kann eine Verbesserung im Lernniveau beobachtet werden. Wichtig ist dabei die regelmäßige Anwendung. Wenn Eltern und Kinder die Übungen auch einmal gemeinsam durchführen, motiviert dieses nicht nur das Kind, als Nebeneffekt werden auch die Eltern eine „Erfrischung“ von Geist und Körper spüren.

Wichtig für alle Bereiche ist das regelmäßige Trinken von Wasser. Wasser ist ein hervorragender Elektrizitätsleiter. Da alle Vorgänge im Gehirn (z.B. Weiterleitung von Informationen) elektrischer Natur sind, ist es auch verständlich, dass Wassermangel zu einer Beeinträchtigung von Gehirnleistungen führt. Gemeint als Flüssigkeit ist wirklich Wasser, nicht Cola, nicht Saft. Cola und Säfte werden vom Körper als Nahrung behandelt und heben nicht das Energieniveau. Vielmehr wird zu ihrer Verarbeitung Energie benötigt.

In den Schulstunden ist das Trinken von klarem Wasser gestattet, ja sogar erwünscht.

Aufbau des Brain Gym- Programms

1. GEHIRNKNÖPFE

 

Daumen und Zeigefinger „rubbeln“ die Endpunkte des Nierenmeridians (Kuhle unter dem Schlüsselbein) rechts und links des Brustbeins. Andere Hand ruht kurz unterhalb des Bauchnabels. Nach 20-30 Sekunden erfolgt der Handwechsel.

  • Aktiviert Gehirn für Sendung von Informationen zwischen den Hirnhälften. Fördert Lesefertigkeiten.
  • Erhöht das Energieniveau.
  • Verbessert die Hand-Augen-Koordination.
  • Erhöht die Konzentration.

 

 

2. ERDKNÖPFE

 

Mit Zeige- und Mittelfinger unter der Unterlippe das Kinn "rubbeln“. Mit der anderen Hand den Bereich unterhalb des Nabels massieren. Nach 20-30 Sekunden erfolgt der Handwechsel.

  • Aktiviert das Gehirn bei Anpassung von Sehleistungen (nah und fern).
  • Fördert kontrollierte Augenbewegungen, beim Lesen in der richtigen Zeile bleiben = allg. visuelle Fähigkeiten.
  • Gut für die Mathematikstunde.
  • Erhöht Konzentration.

 

 

 

3. RAUMKNÖPFE

 

Mit Zeige- und Mittelfinger über der Oberlippe „rubbeln“. Die andere Hand reibt gleichzeitig das Steißbein.

Nach 20-30 Sekunden erfolgt der Handwechsel.

  • Gehirnaktivierung für z.B. Zentrierung, Erdung, Tiefenwahrnehmung, Augenkontakt.
  • Entspannt das zentrale Nervensystem.
  • Erhöht Konzentration.
  • Gut für den Lesealltag.

4. ERDKNÖPFE

 

Mit Zeige- und Mittelfinger unter der Unterlippe das Kinn "rubbeln“. Mit der anderen Hand den Bereich unterhalb des Nabels massieren. Nach 20-30 Sekunden erfolgt der Handwechsel.

  • Aktiviert das Gehirn bei Anpassung von Sehleistungen (nah und fern).
  • Fördert kontrollierte Augenbewegungen, beim Lesen in der richtigen Zeile bleiben = allg. visuelle Fähigkeiten.
  • Gut für die Mathematikstunde.
  • Erhöht Konzentration.

5. DENKMÜTZE

 

Den Rand beider Ohren gleichzeitig nach hinten ausfalten. Oben beginnen und sorgfältig bis zum unteren Rand massieren.

  • Erreicht viele Akupunkturpunkte.
  • Stimuliert alle Organe, verbessert Durchblutung.
  • Fördert Hörverstehen, öffentliches Sprechen, Singen, Musizieren, inneres Sprechen, Buchstabieren.
  • Abbau geistiger Müdigkeit, erhöht Konzentration.

6. ÜBERKREUZBEWEGUNGEN

 

Wir bewegen den rechten Arm zusam-men mit dem linken Bein und umgekehrt. Dabei vorwärts, seitwärts oder rückwärts bewegen („Schuhplattler“/ Krabbeln bei Kleinkindern). Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Bei flotter Musik zu üben macht besonders Spaß.

 

Überkreuzbewegungen „schalten“ unsere beiden Hirnhälften ein.Wir sind aufnamefähig für Neues.

 

Geförderte schulische Fähigkeiten:

  • Buchstabieren, Schreiben, Zuhören, Lesen und Verstehen.
  • Verbesserung der Links- Rechts-Koordination, verbesserte Atmung und Raumbewusstsein.

 

 

7. LIEGENDE ACHTEN

 

Beginne mit der rechten Hand und fahre vom Mittelpunkt der Acht aus nach rechts oben. Folge mit den Augen dem aufgerichteten Daumen ohne den Kopf dabei zu drehen. Mehrere Achten zeichnen und mit dem Schwung nach links oben beenden. Dann mit dem linken Arm von der Mitte nach links oben.... . Enden mit Schwung nach rechts oben. Mit den Augen auch hier folgen. Abschließend mit beiden Armen gleichzeitig, Augen ruhen dabei.

 

Gehirnaktivierung für Kreuzen der Mittellinie, binokulares Sehen, verbesserte Augenbeweglichkeit, Integration der rechten und linken Gehirnhälfte.

 

Geförderte schulische Fertigkeiten:

Mechanik des Lesens, Entschlüsseln der geschriebenen Sprache, Leseverstehen, Augenmuskelentspannung während des Lesens, Unterscheidungs- und Merkfähigkeit für Symbole.

 

Nach den Übungen führen wir den „Kondensator“ durch. Am Ende der Liegenden Achten sind die Arme weit ausgebreitet. Wir schließen die Augen, spreizen die Finger und führen die Hände langsam aufeinander zu. Dabei spüren wir so etwas wie eine „magnetische Anziehungskraft“. Wenn sich die Fingerkuppen treffen, haben wir hinreichend geübt.

 

Wir schließen noch den Energieanzug („Astronautenanzug“) an. Sinn ist, unsere Körperenergie in den Leitbahnen anzuregen.

 

Beendet werden die Übungen mit einem kräftigen Schluck Wasser!

 

 

Weitere Übungen zum Stressabbau

Vor Klassenarbeiten, zur Beruhigung, bei "Denkaussetzern" und zum "Streßabbau"

empfehlen sich zwei weitere Übungen: die HOOK UPS und das Berühren der POSITIVEN PUNKTE.

Knöchel kreuzen, Handgelenke nach vorne strecken, kreuzen, Finger verschränken, Arme nach oben bis vor die Brust klappen. Augen schließen, ruhig atmen.

Stirnhöcker oberhalb der Augenbrauen: Sanft berühren, leicht im Uhrzeigersinn kreisen (z.B. bei Denkaussetzern)

Die „EULE“: eine Übung zur Lockerung

 

Als letzte Übung aus dem System soll die Eule vorgestellt werden.

Sie lockert die Nackenmuskeln, löst Verspannungen (z.B. bei Hausaufgaben) und beugt dadurch bedingten Kopfschmerzen vor.

 

Lege dazu eine Hand auf die gegenüberliegende Schulter und drücke die Muskeln fest zusammen. Drehe den Kopf, schaue zuerst über die „gedrückte“ Schulter und atme aus.

 

Dann drehe den Kopf zur anderen Schulter und atme dabei ein. Dort angekommen: ausatmen. Zur Mitte, Kinn sinken lassen,tief atmen und entspannen.

Die Übung 3x durchführen und dann mit der anderen Schulter wiederholen.